Quo vadis?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

140 Schüler des Gymnasiums Essen-Werden fahren nach Xanten
 
Manche halten Geschichte für ein trockenes, verstaubtes Fach. Nicht so am Werdener Gymnasium, denn am Montag erlebten alle Schüler der Jahrgangsstufe 6 Geschichte hautnah. Über 140 Schülerinnen und Schüler machten sich auf den Weg nach Colonia Ulpia Traiana – oder wie wir heute sagen: Xanten. Die römischen Legionäre hätten wahrscheinlich nicht schlecht gestaunt, wenn sie den Einmarsch der „Werdener Germanen“ erlebt hätten.
Zunächst ging es für die Werdener Gymnasiasten in das erst 2008 eröffnete Römermuseum, einer einmaligen Kombination aus archäologischem Schutzbau und moderner Museumsarchitektur. Das Museum wurde auf den Grundmauern des ehemaligen römischen Stadtbades errichtet. Bei der Führung kam jeder auf seine Kosten. Die Jungen durften Gladiatorenhelme aufsetzen, römische Uniformen anziehen und echte Schwerter bestaunen. Die Mädchen informierten sich über den aktuellen Stand der Ausgrabungen,

die wirtschaftlichen Zusammenhänge der Stadt – und römische Schminkutensilien. Sie lernten dabei, dass die rote Farbe für die Lippen aus Läusen gemacht wurde. Marie und Michelle aus der 6e waren sichtlich froh darüber, dass dies heute nicht mehr der Fall ist.
Die Xantener Museumspädagogen waren bei den Führungen immer wieder über das Wissen der jungen Schülerinnen und Schüler erstaunt. Sie ernannten Enis aus der 6a prompt zum Experten, als er nicht nur die Größe einer Legion richtig bestimmen, sondern auch die komplette Biographie des römischen Kaisers Marcus Ulpius Traianus, dem Gründer und Namensgeber der römischen Siedlung, zum Besten geben konnte.
Nach dem Römermuseum ging es für die Pennäler durch die römischen Stadttore in den archäologischen Park Xanten. Dort wurden sie durch römische Herbergen samt Thermen geführt. Beim Besuch der Therme lernten sie, dass es zu römischer Zeit Sitte war, zu mehreren Personen gleichzeitig die Latrine, d.h. die Toilette, zu besuchen. Man saß nebeneinander und regelte gleich noch das ein oder andere Geschäftliche.