Werden und Umgebung

 

 

 

 

 

Die Grundidee ist eine von vier Säulen getragene Vierung inner­halb eines griechischen Kreuzes. Im Westen ist der Turm vorange­stellt. In der Außengestaltung werden Formen der Deutschen Renaissance verwendet.

Besonders interessant ist die Altar-Kanzel-Gruppe, die in fort­schrittlicher Weise in den Kirchenraum integriert ist. Sie stellt in ihrer Form das Pendant zum Prospekt der Walkerorgel dar.
Diese Orgel gehört zu den wenigen Exemplaren, deren spätro­mantischer Charakter noch original erhalten ist

Die Luciuskirche, eine dreischiffige Basilika, ist eine der ältesten Pfarrkirchen nördlich der Alpen. Der schlichte Natursteinbau mit einem westlichen Turm und zwei östlichen Flankentürmen ist dem Hl. Lucius geweiht. Er wirkte im 5/6. Jh. als Wandermissionar im rätischen Graubünden und war erster Bischof von Chur. Besonderheiten der Lucius-Kirche sind die flache Holzdecke, deren kleinteilige Ausmalung erst 1986 abgeschlossen wurde. Das Langhaus zeigt den sog. Rheinischen Stützenwechsel, bei dem Säule und Pfeiler abwechseln.

Die Lucius-Kirche wurde von 995 bis 1063 als einschiffige Saalkirche errichtet. Im 12. Jh. erfolgte der Ausbau zur Basilika. 1811 wurde sie von der französischen Besatzung verkauft und zu Wohnzwecken umgebaut, wobei die Chorapsis sowie das obere Geschoss des Turmes abgerissen wur­den. 1906 wurden diese Gebäudeteile wieder rekonstruiert. In den Jahren 1957-1959 wurde das Gebäude wieder zur Kirche umgebaut.

Zu den herausragenden Gebäuden zählt nicht zuletzt die Basilika St. Ludgerus. Werden bestand in seinen Anfängen nur aus dem Kloster, fünf Rittersitzen und eini­gen Bauernhöfen. Am 26. Februar 796 wurde die Stadt Werden gegründet. Nach der Gründung des Klosters ließ Liudger eine Kirche bauen. Diese wurde am 9. Juli 808 geweiht. 875 wurde diese Kirche durch eine neue ersetzt. 943 wurde das Westwerk erweitert.

Schließlich brannte die Kirche 1056 nieder. Nur die Ringkrypta und Teile des Westwerks blieben erhalten. Letzteres kann man heute besonders gut an den Tonnengewölben in den beiden Kapellen erkennen.