Kunst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich anfangs sollten wir klarstellen, dass es sich beim Schulfach KUNST eigentlich um drei Schulfächer handelt.

Als erstes ist da selbstverständlich die Gestaltungspraxis zu nennen, die wohl jeder sofort mit dem Fach KUNST verbindet. Hier geht es um das Erlernen bzw. Verfeinern von Techniken. Die Erfahrungen werden beim Machen gesammelt, Materialien werden gebändigt, Gedanken nehmen Gestalt an und Kompositionen entstehen.

Die Kunstgeschichte wäre als zweites zu nennen. Diese Geisteswissenschaft setzt sich auseinander mit dem Wandel der Aussagen und Erscheinungsformen bildnerisch gestalteter Kulturzeugnisse.  Auch in der Schule - spätestens in den Differenzierungs- und Oberstufenkursen - werden die kunstgeschichtlichen Methoden der Analyse und Deutung vorgestellt und angewandt. Hier geht es natürlich auch um Epochen, Stile, Persönlichkeiten und Weltanschauungen.

Als drittes ist schließlich die Auseinandersetzung mit der ästhetischen Erscheinungsform unserer Lebenswelt zu nennen. Denn jedes vom Menschen geschaffene Ding hat eine ästhetische Erscheinungsform, die etwas über die dahinter steckende Geisteshaltung verrät. Im günstigen Falle, wenn kultivierte und anspruchsvolle Gedanken vorhanden sind, spricht man/frau gern von Design, im ungünstigeren Falle haben wir es mit Kommerz, Kitsch oder gar Propaganda zu tun. Diese feinen oder gar groben Unterschiede sollten unsere Schülerinnen und Schüler im Laufe der Zeit kennen lernen.

 

Diese drei oben skizzierten Dimensionen des Faches haben in der Entwicklungsgeschichte des Faches mal mehr und mal weniger den Ton angeben dürfen. Und auch die vier im Folgenden vorgestellten Bildungsanliegen des Schulfaches KUNST wurden je nach kulturpolitischer Situation mal mehr und mal weniger betont: